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Heißausbildung im Brandübungscontainer durchgeführt |
30.04.2006 | |
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NÜRNBERGER-LAND -Echtes Feuer, echter Rauch,
echte Hitze. Seit Tagen steht auf dem Gelände vor dem Gerätehaus der
Feuerwehren Ober-/Unterferrieden ein zwölf Tonnen schwerer Sattelzug.
Mehrmals täglich branden Flammen lichterloh durch den abgehängten Container,
aus den geöffneten Türen wogen dunkelste Rauchwolken. Etwas abseits ein
Löschgruppenfahrzeug und mehrere Feuerwehrmänner in mustergültiger
Schutzkleidung mit Atemschutzgeräten. Nicht ein Verkehrsunfall veranlasste
die Einsätze, vielmehr eine Übungseinrichtung, um eine Brandbekämpfung unter
realistischen Bedingungen trainieren zu können. |
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"Feuer bekämpfen", unter dieser Losung steht
eine Aktion des Landesfeuerwehrverbandes Bayern (Lfv) in Kooperation mit der
Versicherungskammer Bayern und der Firma Dräger-Safety, einem Hersteller von
Sicherheitsprodukten, die den Feuerwehrleuten bei einer Brandbekämpfung das
eigene Leben schützen können. In erster Linie will diese Kampagne
Atemschutzgeräteträgern die Gelegenheit geben, "das Entstehen eines Brandes
unter kontrollierbaren Verhältnissen zu beobachten und schließlich zu
bekämpfen", so die offizielle Verlautbarung der Initiatoren. Dazu wurde eigens ein so genannter "mobiler Flash-Over-Trainings-Container" für Zwecke des Landesfeuerwehrverbandes eingerichtet, in dem binnen weniger Tage etwa 60 Atemschutzgeräteträger in Gruppen zu je acht Wehrmännern aus allen drei Dienstbezirken des Landkreises ausgebildet wurden. Die einsatznahen Voraussetzungen, mit denen die Wehrleute konfrontiert werden, führen zu einem Ausbildungsgrad, der ihre Sicherheit sowie die Rettungsmöglichkeit der von einem Brand betroffenen Menschen wesentlich erhöht. Denn die Wirkung von Feuer kann verheerend sein! Im Trainings-Container, "Labor" genannt, lernt der Feuerwehrler das Löschmittel Wasser gezielt einzusetzen, wodurch in der Praxis eine erhebliche Minderung der Sachschäden erreicht werden kann. Vor dem Einstieg in die "kontrollierte Flammenhölle" des Containers vermittelten Ausbilder Christian Werner und Marco Braunschweig den Auszubildenden Grundlagen und Ziele der "Heißausbildung". Sie müssen freiwillig in den Simulationscontainer gehen, sollten dabei Respekt, jedoch keine Angst vor dem Feuer zeigen. Bedeutsam ist dabei die Schutzkleidung bestehend aus einer Überjacke, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube. Schließlich beträgt im Container die Temperatur auf der Kleidung immerhin noch 80 bis 150 Grad Celsius. Vervollständigt wird diese durch ein von der Umgebungsluft unabhängiges Atemschutzgerät, einem so genannten Pressluftatmer, mit Druckluft gefüllte Stahlflaschen auf dem Rücken. So gesichert sind die Feuerwehrleute in der Lage, beim realistischen Üben von Einsatzsituationen im Brandübungscontainer den Brandverlauf zu beobachten. |
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An den Container-Innenwänden eingehängte Spannplatten simulieren - wenigstens zu einem Bruchteil - die Holzfläche eines eingerichteten Zimmers. Trockenes Brennholz dient als "Initialfeuer" und entzünden in kürzester Zeit auch diese Spanplatten. Durch die Wärmeeinwirkung beginnen sie nun "auszugasen" und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung, den "Flash-over". Während der Übung wird die Tür des Containers geschlossen. Der Rauch kann nicht mehr abziehen, die Sauerstoffzufuhr wird unterbunden, die Verbrennung wird unvollständig. Die im Container knienden Feuerwehrleute haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können jetzt erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt, bis auf ungefähr einen halben Meter über ihren Köpfen. Mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung ist es vergleichbar, wenn nach einigen Minuten die Tür wieder geöffnet wird. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht bilden sich kleine Flammenzungen. Dies ist der Beginn der Rauchgasdurchzündung. Jetzt muss mit dem eingeführten "Hohlstrahlrohr" die beträchtliche Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich sonst das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde. Durch den permanenten Positionswechsel hat jeder teilnehmende Feuerwehrler selbst die Möglichkeit, mit dem Hohlstrahlrohr und der richtigen Dosierung diesen steuerbaren "Flash-over" zu bekämpfen. Die an der Decke im Brandraum gemessenen Temperaturen erreichen nun 600 bis 800 Grad Celsius. Eine stets gegenwärtige Wärmebildkamera belegt dies augenfällig. Die allergrößte Gefahr jedoch geht vom entstehenden Wasserdampf aus. Dass während der Übung ein vollständig ausgerüsteter Rettungstrupp fortwährend bereit steht, ist eigens für die Sicherheit der Teilnehmer vorgeschrieben. Ziel dieser Ausbildung ist es, die Phasen eines Brandverlaufes in Innenräumen zu beobachten und Anzeichen gefährlicher Situationen zu erkennen. Weiter erleben die Teilnehmer die Wirkungsweise und Grenzen der angelegten Schutzkleidung, aber auch die ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit. Es gilt, die Wehrleute durch diese Schulung so zu sensibilisieren, dass sie jederzeit eine Flash-over-Gefahr erkennen und rechtzeitig deren Durchzündung verhindern können. |
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| Bericht und Fotos: Werner Martin, Burgthann | ||